Highland Laddie

2/4 March

Traditional

Der auch als Hielan' Laddie bekannte 2/4-Marsch geht auf die alte Volksweise "If Thou'lt Play Me Fair Play" zurück, deren Ursprung nicht genau bekannt ist. Zum Volkslied gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Intonationen und Texten, vor allem mit Bezug zur jakobitischen Zeit. Die bekannteste Textversion dürfte wohl Highland Laddie von Robert Burns sein. Auf britischen Schiffen und an der Nordostküste Amerikas wurde die Melodie als Shanty gesungen und hiess Donkey Riding, heute immer noch als Kinderlied bekannt.

Zur Erweiterung und Sicherung des britischen Empires wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Schottland Dutzende von neuen Regimentern aufgestellt. Manch verarmtem jungen Mann und vielen Zwangsrekrutierten bot der Dienst in einem Regiment ihre Majestät die einzige Chance, den Highland Way of Life weiterzuleben und etwas von der Welt zu sehen, wenn auch in stark reglementierter Form. Und mit einem sehr realen Risiko, dieses Leben gegebenenfalls zu verlieren.

Nach zwei Weltkriegen und unzähligen weiteren Armeereformen kehrten zwar die meisten schottischen Regimentsmusiken zu ihren angestammten Tunes zurück - nicht aber die formell dem König direkt unterstellten fünf Garderegimenter, welche von den Reformzwängen nur wenig betroffen waren. Highland Laddie ist weiterhin der Regimental Quick March der Scots Guards. Und jener der formell erst 1971 geschaffenen Royal Scots Dragoon Guards.

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Das Militärwesen in den Linienregimentern ihrer Majestät war das perfekte Spiegelbild des britischen Klassensystems: ein Infanterie- oder Kavallerieregiment wurde üblicherweise von einem Duke oder einem Earl aufgestellt, auf dessen Kosten ausgerüstet und betrieben und mit seinen Gefolgsleuten ausgestattet. Im Gegenzug winkten Titel und Privilegien für den Earl, Ruhm und Karrieren für die Offiziere, Kleidung, Essen und manchmal etwas Beute für den einfachen Soldaten, oft aber bloss Krankheit oder Tod. Die langen überseeischen Feldzüge des Empires legten die organisatorischen Defizite dieses Systems in Nordamerika, in Afrika und in Indien schonungslos offen.

Scots Guards

Pipes & Drums 1st Btn Scots Guards am Royel Edinburgh Military Tattoo

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Rekrutierungsplakat ca. 1825

1868 wurde die Armee tiefgreifenden Reformen unterzogen und weitgehend zentralisiert (Caldwell-Reform). Als direkte Folge hatten alle Highland-Regimenter Highland Laddie zu ihrem Regimentsmarsch zu machen, sowohl in den Blasmusikformationen als auch auch bei den Pipes & Drums.

Weniger bekannt dürfte das Arrangement  Bonny Laddie, Highland Laddie für Piano, Violine und Cello in vier Versen sein. Es stammt von Ludwig van Beethoven (25 schottische Lieder, Op. 108, Nr. 7) aus dem Jahr  1818, Teil einer langjährigen Auftragsarbeit für den Verleger Robert Thomson in Edinburgh.

Highland Laddie erklingt nicht nur regelmässig am Royal Edinburgh Military Tattoo, auch sonst ist das fröhliche Tune ein sehr beliebter Marsch für Massed Bands.

Zum Geburtstag der Queen wird alle fünf Jahre Highland Laddie auch am Trooping the Colour in London intoniert. Dann, wenn nämlich die
Scots Guards im Turnus die Queen's Colour präsentieren.

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Trooping the Colour, Presenting the Queen's Color