Cock of the North

Traditional

2/4 March

Glenfinnan, Loch Shiel

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A far croonin' is pullin' me away
As take I wi' my cromach to the road.
The far Cuillins are puttin' love on me
As step I wi' the sunlight for my load.


Sure by Tummel and Loch Rannoch and Lochaber I will go
By heather tracks wi' heaven in their wiles.
If it's thinkin' in your inner heart the braggart's in my step
You've never smelled the tangle o' the Isles.
Oh the far Cuillins are puttin' love on me
As step I wi' my cromach to the Isles.

 

It's by Shiel water the track is to the west
By Ailort and by Morar to the sea
The cool cresses I am thinkin' of for pluck
And bracken for a wink on Mother's knee.

 

The blue islands are pullin' me away
Their laughter puts the leap upon the lame
The blue islands from the Skerries to the Lews
Wi' heather honey taste upon each name.

Historisch führt die vielbesunger Linie der West Highland Railway verläuft. 

Für die schottischen Volksseele ist die Road to the Isles weit mehr, als bloss eine Verbindung von Ost nach West. Es ist der Weg in eine schönere und bessere Zukunft, "Going West" auf schottisch halt. Statt mit einem Planwagen (oder einer Harley) auf Schusters Rappen, mit dem Cronach, dem gebogenen Hirtenstab in der Hand.

The Road to the Isles ist in verschiedener Hinsicht ein besonders farbiges Tune, obgleich militärisches Khaki etwas dominiert. Seine Entstehung ist bestens dokumentiert:

Der Liedtext stammt vom keltischen Dichter Kenneth MacLeod, die Melodie basiert auf dem ursprünglichen Air "The Bens of Jura", einer beschwingten Melodie, welche 1891 von PM John McLellan für den Dudelsack arrangiert wurde.

The Bens of Jura

Auf der Suche nach traditionellem Liedgut besuchte die Sängerin und Musiklehrerin Marjory Kennedy-Fraser im Frühjahr 1917 die westlichen Hebrideninseln. Malcolm Johnson of Barra spielte ihr auf einem Chanter "The Bens of Jura" vor. Das Stück gefiel ihr so sehr, dass sie es von ihrer Schwester Patuffa für Piano und Gesang arrangieren und von Kenneth MacLeod mit einem lyrischen Text versehen liess. So kam die Melodie auch zu ihrem neuen Namen, unter dem es in ihre Liedersammlung Eingang fand. Diese erschien im Sommer 1917 mit der Widmung "Dedicated to our Lads at the Front".

Im November 1916 endete in den französischen Schützengräben die Schlacht an der Somme, die verlustreichste Schlacht des ersten Weltkriegs: immer neue Sturmangriffe, Gegenangriffe und Artillerieblockaden, welche die Welt vorher noch nie gesehen hatte, wechselten sich ab in einem nicht enden wollenden Stakkato. Mehr als eine Million Tote und Verwundete, darunter 420'000 Briten, ohne dass die eine oder andere Seite einen spürbaren Geländegewinn realisiert hätte. Grossbritannien war schockiert. Im ganzen Land wurden die Glocken geläutet und Trauergottesdienste abgehalten.

Genau in diese Phase eines nationalen Traumas erschien die Liedersammlung der Kennedy-Fraser-Schwestern. Die Musik fand dankbare Aufnahme in ganz Grossbritannien, und The Road to the Isles, der Hit der Sammlung, wurde rasch populärer, als die ganze übrige zweiteilige Liedersammlung.

Schlacht an der Somme 1916

Es mag paradox erscheinen, dass gerade The Road to the Isles, ein romantischer und fröhlicher Song, so viel mit Krieg und Tod zu tun hat, aber das gilt auch für manche andere Besonderheit der jüngeren schottischen Geschichte:

Piper Bill Millin, Sword Beach 6.6.1944

Bill Millin Memorial, Colleville-Montgomery

6. Juni 1944, 06:53 Uhr, Sword Beach, Normandie: die Commandos der 1. Special Service Brigade unter Major Simon Fraser stürmen zusammen mit den Cameron Highlanders aus ihren Landungsbooten. Private Bill Millin, der Dudelsackspieler der Brigade, watete dudelsackspielend an den Strand. Er spielte Road to the Isles und Highland Laddie. Bereits am Vorabend beim Einschiffen liefen beide Tunes über den Schifsslautsprecher. Bald setzte Gefechtsfeuer ein. Davon unbeeindruckt lief Millin den Landungsabschnitt auf und ab, zur moralischen Unterstützung seiner Leute, wie er später meinte. Bemerkenswert war dabei nicht nur sein Mut, sondern die Tatsache, dass er dies im Kilt tat, was von den militärischen Vorschriften her ausdrücklich verboten war. Sein Vorgesetzter war aber auch nicht irgend ein Major, sondern Simon Fraser, 15. Lord Lovat, Mac Shimidh, Clan Chief der Frasers, und Private Bill Millin war sein persönlicher Piper. Bill Millin trug den Kilt der Cameron Highlanders, der schon seinen Vater sicher durch die Wirren des ersten Weltkriegs begleitete.

Gefangene deutsche MG-Schützen wurden später gefragt, warum sie nicht auf den Piper geschossen hätten. Sie sagten, man schiesse nicht auf Irre.

Auf die Frage, warum er er gerade Road to The Isles und Highland Laddie gewählt habe, meinte Bill Millin später, er habe den Jocks einfach etwas Fröhliches spielen wollen (Lord Lovat verlangte ausdrücklich Highland Laddie. Hier die ganze Geschichte über den Mad D-Day Piper).

Die Landungsszene am D-Day (wie auch eine spätere legendäre Szene an der berühmten Pegasus Bridge an der Orne) ist im Blockbuster Der längste Tag (1962) verewigt. Im Film spielt der eher etwas trottelig wirkende Piper fälschlicherweise The Black Bear.

Wegen seiner besonderen Geschichte wird der 2/4-Marsch Road to the Isles von Pipe Bands meistens symbolträchtig eingesetzt. Und mit Road to the Isles, intoniert von den Massed Bandsenden traditionellerweise die Glengarry Highland Games in Maxville, Ontario, den weltweit grössten ausserhalb Schottlands.

"Road to the Isles" gehört zwar nicht zu unserem Repertoir, steht aber hier, weil es einfach das das Lieblingstune des Webseiten-Autors ist.